„Dolphins, Dolphins!!!“ – Galápagos Teil III

Donnerstag – Punta Cormorant, Corona Diablo und Post Office Bay (Isla Floreana)

Hi!Morgens landeten wir an der Punta Cormorant der Isla Floreana nass an, nachdem wir eine Gruppe Blaufußtölpel aus nächster Nähe beobachtet hatten. Bei der Landung platschte ein sehr ungeduldiger Amerikaner samt Rucksack aus einem anderen Panga rückwärts ins Wasser… Wie angenehm doch unsere Gruppe war! Am Strand zeigte uns Jhaver Olivinkristalle, kleine hellgrün schimmernde Kristalle. Der Wanderweg führte uns an einen großen Brackwassersee mit wenigen Flamingos. Im Fernglas bzw. mit der Kamera konnten wir zwei Nester entdecken. Wir liefen weiter über die Insel zu einem anderen Strand, an dem sich Stachelrochen im Wasser tummelten und unzählige Blaufußtölpel wie Pfeile senkrecht ins Wasser stützten um zu Fischen. Und klar, Seelöwen durften auch nicht fehlen!

Nach dem Landgang hatten wir alle dringend eine Abkühlung nötig, also auf zur Schnorcheln-Stunde. Die begann mit einem Seelöwen direkt vor unserer Nase. Am Meeresgrund lagen viele Seesterne, von denen Jhaver einen aus 15 m Tiefe hochholte. Ein weiteres Highlight folgte: unter uns schwommen in aller Seelenruhe nach und nach drei Haie entlang. Während  diese sich überhaupt nicht für uns interessierten, waren wir umso begeisterter!

Am Nachmittag stand die Post Office Bay auf dem Programm. Dort steht die berühmte Posttonne, in die man nach alter Tradition seine Postkarten unfrankiert hineinlegt. Der nächste, der an den adressierten Ort fährt, nimmt sie mit und stellt sich vielleicht sogar persönlich zu. Wir sind gespannt, ob, wann und wie unsere Karten ihre Adressaten erreichen. John bekam von einem übereifrigen Amerikaner eine Karte mit der Adresse SS – El. Salv. – C.A. in die Hand gedrückt. Wir rätselten lange, was C.A. bedeuten könnte, bis uns Francisco, unser Schiffsbarkeeper, uns half: Centralamerica. Also San Salvador in El Salvador in Zentralamerika – in Irland liegt das nicht!

Nach dem Briefkasten erkundeten wir über einen Leitereinstieg eine Lavahöhle: es ging ca. 30 m nach unten und dann 150 m horizontal weiter. Ohne Taschenlampen wäre es stockfinster gewesen. Die Piraten hatten diese Höhle genutzt, um Beute zu verstecken oder ihre Gefangenen zu töten. Ziemlich brutal wurden diese auf einen Stein gefesselt und dann gewartet bis die Flut kam und der Wasserpegel in der Höhle langsam stieg… Für uns war nach 150 m wegen der Flut leider Schluss, bei Ebbe kann man wohl noch 300 m weiter hineinlaufen. Anschließend durften wir vom Strand aus noch einmal ins Wasser, um Meereschildkröten zu beobachten. Es war sehr schön zu sehen, wie diese vom Meeresboden abhoben, langsam zur Wasseroberfläche schwommen, kurz ihren Kopf in die Luft streckten, einatmeten und davonschwebten. Sehr elegant!

Tja, als wäre der Tag noch nicht mit tollen Eindrücken und Erlebnissen voll genug gewesen, kam noch ein echtes Highlight. Wir hatten gerade geduscht und waren noch in der Kabine, als die Schiffsglocke läutete. Also ab an Deck und schauen, was los ist. „Dolphins, Dolphins“ schrie der Kapitän und sie waren nicht zu übersehen. Ca. 50 Tiere schwammen in geringer Entfernung vom dem Schiff und sprangen in Gruppen aus dem Wasser. Zuerst standen wir auf dem Bug, dann legten sich Julie, Jhaver und Antonia in das Netz, das zwischen den Kamaran-Rümpfen gespannt war. Mit je einem Rumpf schwamm und sprang ein Delfin und wir lagen direkt darüber! Da war sogar unser Guide Jhaver richtig beeindruckt! Ja, und als hätte auch das noch nicht gereicht, sahen wir in der Entfernung dann auch noch Wale bzw. deren riesige Wasserfontainen. Was für ein Tag!

Freitag – Isla Santa Fé und Isla Plaza Sur

Freitag sei iguana-day, so hatte uns Jhaver am Vorabend beim täglichen Briefing erklärt. Beginnen sollten wir den iguana-day auf Santa Fé, wo wir an einem traumhaften Sandstrand von Seelöwen begrüßt wurden. Nach den ersten Metern auf dem Wanderweg stolperten wir über den ersten Santa Fé-Landleguan, der genauso wie seine Verwandten auf Isla Plaza Sur auf der Insel endemisch vorkommt. Die Männchen saßen im Schatten unter den Kakteen in ihrem Revier und ließen sich von uns nicht stören. Neben ca. 10 Landleguanen sahen wir die ebenfalls endemische Galápagos-Taube mit tiefblauen Augen und roten Füßen. Nur die auf Santa Fé endemische Reisratte bekamen wir nicht zu Gesicht – sie ist die einzige vegetarische Ratte auf der ganzen Welt!

Auch an diesem Tag war es wieder wahnsinnig heiß, wir Mittel-und Nordeuropäer sind für Temperaturen von 38°C einfach nicht gemacht ;-)! Gut, dass wir viel Zeit im und unter Wasser verbrachten und dorthin ging es bereits wieder: Wir sahen beim Schnorcheln sehr große Rochen, die auf unserer Höhe schwammen. Alles andere als platt, wie sie sonst auf dem Meeresboden liegend erscheinen, sondern beeindruckend dreidimensional! Am Nachmittag besuchten wir die Insel Plaza sur. Die Landschaft war wie am morgen sehr karg mit vielen Kakteen, unter denen meist ein Landleguan saß und Kaktusfrüchte fraß. Ein zweites Mal durften wir nicht ins Wasser, weil in dem Gebiet Hammerhaie gesichtet worden waren – da musste der kalte Grapefruitsaft zur Abkühlung reichen.

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