Von Kraterseen und faulen Eiern

Kilometerstand
Abfahrt: Playa Tárcoles (Costa Rica): 24.746 km
Ankunft: Parque National Volcán Poás (Costa Rica): 24.936 km
Gesamtetappe: 190 km

KarfreitagsprozessionEs war Karfreitag und in der Stadt Heredia fand eine große Prozession statt, über die wir zufällig auf der Suche nach einem Supermarkt stolperten. Nachdem wir unsere Einkäufe erledigt und den Menschenauflauf hinter uns gelassen hatten, ging es für uns in den nächsten Nationalpark: Braulio Carillo – Sector Barva. Der Zufahrtsweg bestand aus einer frisch und fein geschotterten, ziemlich steilen einspurigen Straße mit jeder Menge Gegenverkehr – schließlich war Feiertag. Unterwegs kam uns ein sehr netter Ranger im Pickup entgegen und fragte, ob wir gut zurecht kämen (ja, wenn man nicht mitten am Hang nach einem Schwätzchen wieder anfahren muss… 🙄 ). Er erklärte, dass wir selbstverständlich oben übernachten dürften – immerhin war das schon mal geklärt! Nichtsdestotrotz waren wir sehr froh und erleichtert, als wir endlich den Eingang zum Nationalpark erreicht hatten. Wir durften sogar innerhalb des Geländes parken, abends noch eine kleine Runde durch den Park drehen und am Samstag dann früh zur Wanderung zum Kratersee des Vulkans Barva und der Laguna Copey starten. Und wieder einmal bestätigte sich die Rede vom frühen Vogel – während wir auf dem Hinweg vollkommen allein waren, kamen uns auf dem Rückweg große Gruppen in ‚lateinamerikanischer’ Lautstärke 😉 entgegen.

Von Braulio Carillo aus erreichten wir noch am Nachmittag den nächsten Nationalpark, den Volcán Poás. Es war angenehm frisch und leider ziemlich nebelig bzw. wolkig. Und die Kartenverkäuferin an der Zufahrt antwortete auf die Frage nach der Sicht und dem Wetter ganz ehrlich: „It costs you 30 Dollars and you will see nothing, today.“ Das war deutlich, also tschüss und bis morgen. Den Nachmittag verbrachten wir also wie viele Einheimische ganz entspannt am Seitenrand der Verkehrsstraße 😀 . Die Ticos (Costa Ricaner) scheinen es hier irgendwie zu lieben, die Picknick-Decke direkt neben der asphaltierten Straße auszubreiten. Wir lasen und vertrödelten die Zeit, bis wir kurz vor Einbruch der Dämmerung erneut zum Eingang des Nationalparks aufbrachen, um dort – aus Mangel an Seiten- oder Parkstreifen – direkt auf der begrünten Verkehrsinsel zu parken. Am nächsten Morgen ging es also wieder früh los, die Besucher hielten sich erst einmal in Grenzen und wir konnten vom Aussichtspunkt in den Vulkankrater schauen: große Schwaden von Dämpfen zogen aus dem milchige Kratersee hinauf, das Ganze wurde immer wieder von Wolken verhangen und dann wieder freigegeben. Hätte nur nicht permanent der unangenehme Duft von faulen Eiern in der Luft gelegen… Wir staunten nicht schlecht, als bei unserer Rückkehr bereits drei große Reisebusse und unzählige Kleinbusse und PKW den Parkplatz füllten.

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